Veranstaltung

Social Media in einem mittelständischen Unternehmen

Rund 60 begeisterte Zuhörer spendeten Heiko Depner am Montag kräftigen Applaus für einen engagierten und fachlich brillanten Vortrag zu Social Media im Gesundheitswesen. Depner schilderte die Web-2.0-Strategie des AGAPLESION ELISABETHENSTIFT. Bis vor kurzem war er dort Leiter Unternehmenskommunikation, jetzt arbeitet er als Kundenberater bei einer Darmstädter Agentur.

Depner verglich das neue „Mit-mach-Web“ mit einem Stammtisch: Unternehmen können dem Gespräch über die eigene Firma zuhören, sich desinteressiert abwenden – oder mitmachen. Das Gespräch finde auf Facebook, Twitter oder in den Kommentaren zu YouTube-Videos statt, ob Unternehmen dies wollen oder nicht. Das Darmstädter Traditionshaus ging das Thema offensiv an und hat mittlerweile allein auf Facebook eine Community von fast 7.000 Personen.

Der Kommunikationsprofi machte deutlich, dass es nicht ganz einfach sei, bei einem eher belastenden Thema wie Krankheit positive Aufmerksamkeit zu erzeugen. Zur Strategie Depners gehörte es, unter anderem das Thema Selbsthilfe in den Fokus zu rücken. Vorträge zu Themen wie Burnout stehen als Videoaufzeichnungen auf dem Portal Vimeo zur Verfügung, werden im Vorfeld auf Facebook & Co. beworben.

Zudem nutzt das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT Social Media für die Mitarbeiterrekrutierung. Per Video können sich Interessenten über Berufsprofile informieren. Auf Facebook schaltete Depner griechisch-sprachige Stellenanzeigen, um Bewerber aus diesem Land für eine Tätigkeit in Südhessen zu begeistern. Über hundert Bewerbungen gingen in Darmstadt ein.

Einer der größten Coups Depners war eine Fotoaktion auf einer Ausbildungsmesse. Unter allen Teilnehmern, die ihre Gesicht auf Facebook markierten, verloste Depner ein iPad. Etwa 100.000 Seitenaufrufe brachte allein diese Maßnahme. Trotz großer Erfolge in einem schwierigen Umfeld, gab der junge Werbefachmann seinen Kollegen einen Rat. „Niemand sollte sich auf Facebook engagieren, nur weil es andere auch machen. Gefragt sind Strategie, Kreativität, langer Atem und auch die Fähigkeit, einmal Kritik einzustecken“, sagte Depner.

Text: rfw. kommunikation